Dienstag, 14. November 2017

Die 5 Phasen des kindlichen Essverhaltens

Der Knuffelhase als unser Jüngster ist aktuell in einem Alter in dem Essen etwas Wunderbares ist.

Kleinkind isst am Familientisch

Eine echte Erfahrung. Er genießt das Essen - mit allen Sinnen.



Leider weiß ich, dass das nicht immer so bleiben wird. Schließlich sitzen hier immer mindestens zwei Kostverweigerer mit am Esstisch.

Für Papa Maus und mich ist das nicht immer einfach. Wir geben uns sehr viel Mühe ausgewogen und gesund und dabei auch noch lecker zu kochen. Nicht selten verbringen wir viel Zeit in der Küche um ein tolles Essen für die Kinder zu zaubern.
Meistens läuft es darauf hinaus, dass die beiden Großen nur die Beilagen essen und wir wehmütig an die Zeit zurückdenken als auch die beiden (fast) alles gegessen haben.

Denn ja, diese Zeiten gibt es. Ich konnte sie bei jedem unserer vier Kinder beobachten.

Die Phasen des kindlichen Essverhaltens:


  1. Stillen/Fläschchen - ab der Geburt bis ca. zum 6. Lebensmonat
    Im ersten Lebenshalbjahr benötigt ein Kind nichts anderes außer Muttermilch (oder Pre-Nahrung). 
  2. Beikost - im zweiten Lebenshalbjahr
    Irgendwann zeigt ein Kind die typischen Beikostreifeanzeichen. Es entdeckt die Lust am Essen. Nach und nach erschließen sich die Kinder neben der Muttermilch (oder Pre-Nahrung) mehr und mehr Geschmacksrichtungen. Dabei sind die Kleinen ziemlich experimentierfreudig und essen fast alles.
  3. Familientisch - ab dem 1. Geburtstag
    Die meisten Kinder können in der Zeit um den 1. Geburtstag herum problemlos vom Familientisch mitessen und sie wollen dies auch. Sie sind weiterhin sehr abenteuerlustig und nur wenig wählerisch. Leider hält diese Phase bei kaum einem Kind ewig an.
  4. Mäkelphase - meistens nach dem 3. Geburtstag
    Langsam, aber sicher, entdecken die Kinder eigene oft sehr extreme Vorlieben. Essen ist nicht mehr per se toll. Das Mäkeln am Esstisch beginnt. Je nach Ausprägung richtet sich die Essensaversion nur gegen einzelne Lebensmittel bis hin zu ganzen Lebensmittelgruppen. Dabei wechseln die Vorlieben oft stündlich, aber niemals vorhersehbar. 
  5. Endgültige Essensvorlieben - spätestens nach dem Ende der Pubertät
    Irgendwann im Laufe des Heranwachsens entwickelt jedes Kind seine persönlichen Vorlieben und entdeckt die Lust am Experimentieren mit Geschmacksrichtungen erneut.
    Manche Menschen sind auch noch als Erwachsene mäkelig, aber zumindest verändern sich die Vorlieben nicht mehr sprunghaft.

Der Knuffelhase ist aktuell mitten in der Familientisch-Phase. Es ist eine Freude für ihn zu kochen. Er isst (fast) alles und verlangt meistens sogar einen Nachschlag.

Der Knuddelkäfer kommt langsam in die Mäkelphase. Durch seine älteren Geschwister wird diese Entwicklung leider beschleunigt. Wir können das genau beobachten. Wenn keiner der beiden Großen anwesend ist, isst der Knuddelkäfer sich glücklich durchs Buffet. Verweigert jedoch ein Geschwister ein Nahrungsmittel, isst er es auch nicht mehr. Eine natürliche Reaktion, was für jemand anderen nicht gut ist, kann für ihn schließlich auch nicht gut sein.

Die Kaisermotte und der Kuschelbär sind beide hoffentlich im Zenit der Mäkelphase angekommen. Grundsätzlich ist alles außer puren Beilagen erst einmal ungenießbar. Sie probieren zwar ein Wenig, befinden die Kost jedoch meist für ungenießbar. Sollten wir jedoch mit unserer Essen einen Volltreffer in Sachen kindlichem Geschmack getroffen haben, heißt das noch lange nicht, dass das beim nächsten Mal ebenso ist.

Wie alle Eltern hoffen wir, dass die Mäkelphase nicht allzu lange anhält. Aus meinen eigenen Erfahrungen weiß ich, dass das Mäkeln nicht abrupt aufhört sondern nach und nach besser wird. Bis am Ende der Pubertät die eigenen Vorlieben gefunden sind und damit einem erwachsenen Essverhalten nichts mehr im Weg steht.

Wie ihr die schier endlos scheinende Mäkelphase übersteht und euch die Entspannung zurück an den Esstisch holt, erfahrt ihr im zweiten Teil des Beitrags hier auf dem Blog.

Die Phasen des kindlichen Essverhaltens


Kommentare:

  1. Da unterschreibe ich doch glatt.
    Töchterchen mit fast 11 ist aus der Mäkelphase raus. Sie verlangt inzwischen direkt nach Lebensmitteln, die sie zwischenzeitlich mal generell abgelehnt hat (z.B. Broccoli).
    Sohnemann mit 7 isst derzeit am liebsten immer das Gleiche.
    Bei uns ist kosten Pflicht, das gilt aber für alle Familienmitglieder. Auf die Art habe ich gelernt, Spinat zu essen, den ich nie mochte. Es heißt, man muss etwas 10 bis 20mal kosten, bis man es mag, zum Kosten reicht eine erbsengroße Menge aus.
    Das Babymädchen steckt momentan sowieso alles in den Mund. Wenn es dann noch Geschmack hat, umso besser *g*
    LG von TAC

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    1. Hallo TAC,

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar.

      Es lässt mich hoffen, dass euer großes Mädchen bereits mit 11 Jahren aus der Mäkelphase herausgefunden hat. Dann müssen wir im besten Fall nur noch 4 Jahre überstehen.

      Viele Grüße
      Mama Maus

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