Dienstag, 6. Juni 2017

Ich bin für dich da - immer

Mama schreiruft es, weint es sogar.


Ich eile die Treppe herunter in dein Zimmer.

Da liegst du klein und verloren in diesem riesigen Bett. Eingewickelt in deiner Decke. Untröstlich.
Große Tränen kullern über deine geröteten Wangen. Blonde Strubelhaare stehen wild zu Berge.
Das Kopfkissen ertrinkt in leise und laut geweinten Tränen.

Ich versuche zu erahnen, was dich so unglücklich macht.
Du versuchst zu erklären und verschluckst dich an deinen Worten. "Es ist weg. Wie kann es nur weg sein. Eben war es doch noch da." Deine kleinen Füße wackeln vor Ungeduld.
Ungeduld ob meines langsamen Begreifens und noch viel schlimmer der ewigen Zeit des Suchens.
Ich schüttele die Bettdecke, schaue unter das Kopfkissen, neben und vor das Bett. Es bleibt verschwunden.

Mein rationales Ich sagt, es muss doch da sein. Wohin sollte es verschwinden. Dein kindliches emotionales Ich glaubt es verloren.
Du haderst. Ob es tatsächlich noch da ist. Ob es gefunden werden kann. Deine zarten Finger suchen aneinander halt und finden ihn nicht. Deine Ohren lauschen meinen Beteuerungen. Deine Lautstärke nimmt ab. Langsam. Sogar die Nase schnieft leiser.

Plötzlich im Augenwinkel. Ah, da ist es doch.
Sofort kehrt das Lächeln in dein hübsches Gesicht zurück. Die Sonne scheint wieder und deine blitzeblauen Augen funkeln glücklich.
In der einen Hand hältst du deinen wiedergefunden Schatz. Die andere kleine Hand schiebt sich in meine größere. Gemeinsam machen wir uns auf in den Rest des wunderschönen gemeinsamen Tages.

Danke, dass ich für dich da sein darf. Ich liebe dich.

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Mit diesem Text bewerbe ich mich für den Scoyo Eltern Blog Award 2017.

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