Donnerstag, 11. Mai 2017

Von Prioritäten

Da Papa Maus auf Geschäftsreise ist, spare ich mir den Weg in den Kindergarten.

Somit war ich heute Vormittag mit den drei Kleinen zuhause. Die Sonne schien und es dauerte nicht lange bis die Kinder fragten, ob wir nicht in den Garten gehen könnten.

Eigentlich wollte ich noch schnell etwas mit der Versicherung klären. Außerdem war die Küche noch unaufgeräumt, der Geschirrspüler voll, das Frühstücksgeschirr erst teilweile weggeräumt. Gesaugt hatte ich auch noch nicht, von der Unordnung in der Wohnstube ganz zu schweigen.

Ich schaute also die Kaisermotte und den Knuddelkäfer an, wie sie da so im Fensterbrett saßen und sehnsüchtig nach draußen schauten. 
Ich gebe es zu ich habe kurz überlegt, ob ich nicht erst noch schnell... Aber nein, dann wäre der Vormittag wieder vorbei und danach eventuell die Sonne hinter den Wolken verschwunden. Ich ließ also alles stehen und liegen und ging mit grinsenden Kindern in den Garten.

Draußen setzte ich mich auf einen Stuhl und beobachte wie die drei spielten. 
Der Knuffelhase lief im Trampolin hin und er. Der Knuddelkäfer spielte im Sand und die Kaisermotte fuhr Fahrrad. Immer mal wieder kletterten die beiden Großen zum Knuffelhasen und hüpften gemeinsam im Trampolin oder kuschelten.
Die Szene war wunderbar anzusehen. Geschwisterplüsch deluxe. Kein Streit, kein lautes Wort, nur idyllisches Familienleben im Sonnenschein.

Ich dachte kurz an den Haushalt. An die dreckige Pfanne in der Küche, den unaufgeräumten Tisch und die Wollmäuse im Flur. Und ich war glücklich mich entschieden zu haben mit den Kindern sofort nach draußen zu gehen.
Klar wartete die Arbeit auf mich und das ist für mich kein schönes Gefühl. Ich mag es nicht, wenn es zu unordentlich ist. Ich werden dann fürchterlich unruhig und sogar motzig, aber ich machte mir klar, dass die Arbeit genau das tut: Sie wartet. Sie läuft nicht weg und sie ist drei Stunden später noch genauso da. 

Dafür hatten wir alle einen wundervollen Vormittag im Garten. Es war sogar so warm, dass wir uns ein Eis genehmigten. Mit glücklich verschmierten Mündern machten wir uns auf dem Weg nach drinnen.

So aufgeladen mit positiver Energie lief das Mittagessen wir geschmiert. Keiner meckerte und die Arbeit machte sich anschließend wie von allein.
Während ich die Eier fürs Mittagessen briet räumt ich schnell den Geschirrspüler aus und die Küche auf. Nach dem Essen duften die Kinder im Schlafzimmer spielen. Während ich auf den Kuschelbär wartete, ließ ich den Staubsaugerroboter den unteren Flur, der neben Wollmäusen jetzt auch Tonnen von Sand beherbergte, saugen. Ich saugte die Treppe, den oberen Flur, Küche und Wohnstube.
In der Zeit, in der der Kuschelbär seine Hausaufgaben erledigte, räumte ich schnell die Wohnstube auf.

Natürlich ist es jetzt hier nicht porentief sauber. Trotzdem fühle ich mich wohl. Den Kindern geht es gut. Sie sind glücklich, weil ich meine Prioritäten überdacht habe. Manchmal reicht es schon Aufgaben zeitlich zu verschieben und auch mal mit 80% zufrieden zu sein um einen wunderschönen Tag zu haben.

Kommentare:

  1. Wundervoller post!
    Obwohl ich (noch) keine Kinder habe finde ich mich darin wieder, weil es zu So vielen Situationen im Leben passt.

    Alles Liebe,
    Ms.ninberry

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    1. Hallo Ms.ninberry,

      Vielen Dank für das Lob.
      Ich freue mich immer so sehr, wenn sich Leser in meinen Texten wiederfinden.

      Viele Grüße
      Mama Maus

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