Donnerstag, 4. Mai 2017

Ein eigenes Reich

Unsere Kinder werden langsam groß und immer wieder müssen wir unsere Schlafplatzsituation überdenken.


Wir haben mittlerweile schon in den unterschiedlichsten Konstellationen geschlafen.

Nach der Geburt des Kuschelbärs schlief dieser bei uns im Zimmer. Hauptsächlich im eigenen Bett. Den Luxus vom Familienbett gönnten wir uns aus Unwissenheit heraus noch nicht. Die Angst vor plötzlichem Kindstod war zu sehr verankert. Was wenn das Kind unter die große Bettdecke rutsch und ersticken muss?

Als der Kuschelbär ein halbes Jahr alt war kauften wir unser Haus und zogen übergangsweise zu meinen Eltern. Das aus diesem übergangsweise fast vier Jahre werden sollten, hat an der Stelle niemand geahnt. Dort bezogen wir wieder ein gemeinsames Zimmer und der Kuschelbär blieb in seinem Bett bei uns.

Kurz darauf kündigte sich die Kaisermotte an und zog ganz selbstverständlich mit in unser gemeinsames Zimmer. Erst im Babybett, dann im Gitterbett des Kuschelbärs, der in ein richtiges Bett umzog. Ein sogenanntes Tandembett gestaltet wie ein Rennwagen.

Knapp ein Jahr später durfte die Kaisermotte das untere Bett des Autobetts beziehen und das Gitterbett zog aus. Ich fand es sehr anstrengend zwei Kinder, die praktisch kein Armlänge weit entfernt schliefen und sich ständig gegenseitig wach hielten, in den Schlaf zu begleiten. Wir hatten keine andere Wahl und mussten uns auf 16m³ zu viert arrangieren.

Am Wochenende der Geburt des Knuddelkäfers zogen wir in unser Haus. Die Schlafsituation entspannte sich merklich. Kuschelbär und Kaisermotte bekamen jeweils ein eigenes Zimmer und der Knuddelkäfer zog zu uns ins Familienbett. Knapp ein halbes Jahr später zog er in sein eigenes Bett im abgegrenzten, aber nicht abgetrennten Bereich des Schlafzimmers. 

Mit der Geburt des Knuffelhasen war es mir wichtig, dass der Knuddelkäfer aus dem Schlafzimmer auszieht, da ich ihm die durchwachten Nächte mit einem schreienden Babybruder ersparen wollte. Wir bauten ein Geschwisterbett und der Knuddelkäfer zog zur Kaisermotte. Die beiden fanden das von Anfang an toll, weil sie ungerne alleine schliefen. Vorher war die Kaisermotte oft im Bett des Kuschelbärs zu Besuch.

Mittlerweile ist der Knuddelkäfer jedoch so groß, dass er erstens die Kaisermotte oft beim Einschlafen stört und zum anderen versteht er, dass er nicht einfach das Haus verlassen darf. Deshalb haben wir uns entscheiden früher als geplant das bisherige Büro zu räumen und in ein drittes Kinderzimmer umzuwandeln.
Bis auf eine Couch räumten wir alle Möbel aus dem Raum und stellten unser heißgeliebtes Autobett und die Spielsachen des Knuddelkäfers auf. Er war von Anfang an hellauf begeistert. Von Angst vor dem alleine Schlafen keine Spur mehr. Im Gegenteil er konnte es gar nicht erwarten endlich das erste Mal in seinem Zimmer zu schlafen. 

Mittags haben alle Kinder das neue Zimmer mit einer Übernachtungsparty eingeweiht. Auch den kompletten Nachmittag verbrachten sie dort und spielten einträchtig. Abends schlief der Knuddelkäfer glücklich allein in seinem Rennwagen ein.

In ein bis zwei Jahren wird sich unsere Schlafsituation wieder ändern. Entweder der Knuffelhase zieht zu einem seiner Geschwister oder wir richten ein weiteres Kinderzimmer im Dachgeschoss ein. Bis dahin genießen wir den Luxus von drei Kinderzimmern mit insgesamt sechs Schlafmöglichkeiten.

Gute Nacht.

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