Dienstag, 17. Februar 2015

02.txt - Was wünscht du dir

Es sind drei Wochen vergangen und Dominik hat in seinem Blog neonwilderness das zweite Wort zu seinem Projekt *.txt veröffentlicht.
Nachdem ich beim letztes Mal im Rahmen des Wortes "Gratwanderung" über die perfekte Mutter geschrieben habe. Kommt nun mein Beitrag zum zweiten Wort "wünschen":

Ich habe in ein paar Tagen Geburtstag und jeder fragt mich "Was wünscht du dir?". Eigentlich eine simple Frage und den meisten Menschen fällt spontan etwas ein. Mir auch, aber meine Wünsche sind nicht materieller Natur. Deshalb antworte ich meist "Ich habe doch alles.". Für mein Gegenüber in dem Moment eine unbefriedigende Antwort.
Früher war ich in der Beziehung unkomplizierter. Als ich noch ein Kind war, habe ich immer sofort gewusst welches Spielzeug mir noch fehlt. Es gab immer irgendetwas das ich gebrauchen konnte. Bei der Frage "Was wünscht du dir?" bin ich wie jedes kleine Kind aufgeblüht. Je nach Tageform ist auch schon mal eine ganze Liste aufgezählt worden.
Mit dem Älterwerden veränderten sich meine Wünsche. Als Kind wünschte ich mir Spielzeug, als Jugendliche Geld für Ausflüge mit meinen Freundinnen, als junge Erwachsene waren Sachen für meine eigene Wohnung beliebt. Als mein Lebensmittelpunkt soweit ausgestattet war, endete die Zeit der materiellen Wünsche. Ich hatte alles was ich brauchte und was ich nicht hatte konnte ich mir bei Bedarf selbst kaufen. Plötzlich war Platz für andere Wünsche. Ich hatte mittlerweile meinen Traummann gefunden oder er mich, das ist reine Anssichtssache. Wir wollten heiraten und ich wünschte mir, dass ich immer so glücklich bleiben darf. Wir wurden älter und wir wünschten uns Kinder. Ein großer Schritt, der nicht nur unser Leben sondern auch meine Wünsche wieder total veränderte. Plötzlich dreht sich die Welt nicht mehr um mich, auch nicht um meinen Mann und mich. Das Weltbild verändert sich komplett, die Kinder wurden der Mittelpunkt von allem. Dass sie gesund und glücklich sind, sind aktuell meine wichtigsten Wünsche. Ich weiß nicht, ob das allen Müttern so geht, aber ich denke alle Mütter können mich verstehen. Und ganz uneigennützlich bin ich dann doch nicht. Für mich selbst habe ich nämlich auch noch einen Wunsch: Ich möchte gesund sehr alt werden, damit ich meine Kinder begleiten kann und später meine Enkel verwöhnen darf.

Wenn ihr Lust habt, horcht jetzt bitte mal tief in euch hinein. Ihr braucht es auch keinem verraten. Was wünscht ihr euch?

Bald kann der Käfer krabbeln

Es ist unfassbar niedlich. Nachdem der Knuddelkäfer bisher immer nur den Oberkörper oder den Hintern in die Höhe strecken konnte, aber nie beides zusammen. Hat er heute zum ersten Mal ganz alleine den Vierfüßlerstand geübt.

Ganz begeistert von der neuen Perspektive und den damit verbundenen Möglichkeiten, hat er sofort begonnen zu wippen. Nach dreimal hin und her, war der Schwung wohl zu groß, er fiel nach vorne und musste die überschüßige Bewegungsenergie mit seiner Stirn abfangen. Dieser Rückschlag hat ihn nicht davon abgehalten sofort wieder in den Vierfüßler zu gehen.

Der Knuddelkäfer wippt

Ich kann mich gar nicht satt sehen an unserem süßen kleinen Baby. Wenn ich mir die Entwicklung seiner beiden Geschwister anschaue, wird er in circa einem Monat krabbeln können. Ich bin so aufgeregt. Wieder einmal kommt mir der Satz "Sie werden so schnell groß!" in den Sinn. Das stimmt und ich bin so dankbar, dass ich bereits drei kleinen Wunderwesen beim Großwerden zusehen darf.

Montag, 16. Februar 2015

Mount Washmore

Gestern waren wir beim Kinderfasching. Heute kämpfe ich nicht mit einem Kater sondern mit einem Berg Wäsche. Nicht das die Kostüme dreckig wären. Die kann ich so wie sie sind wieder in den Schrank legen. Nein, ich wäsche Bettwäsche und das völlig unplanmäßig.

Die Kaisermotte verzichtet seit einer Woche auf eine Nachtwindel und bisher ging das auch problemlos. Heute morgen allerdings war ihr Bett nass und weil ein Unglück selten alleine kommt, mussten wir auch beim Kuschelbär ein Unglück verzeichnen. Als Grund habe ich sofort den Fasching ausgemacht. Viel Wasser, bei Oma und Opa auch noch Saft und ein späteres Abendbrot zu dem nach dem vielen Toben auch ausgiebig getrunken wurde.

Heute morgen stand ich also vor Mount Washmore. Ich hatte ihn selbst aus vier Kopfkissen, zwei Bettdecken, den jeweiligen Bezügen, zwei Betttüchern, zwei Inkontinenzauflagen und zwei Schlafanzügen aufgetürmt. Er ging mit bis über die Hüfte und füllte beinahe die gesamte Waschküche aus. Da die Kinder heute Abend wieder in ihren Betten schlafen müssen, blieb mir nicht anderes übrig als diesen Berg zu bezwingen.
Mittlerweile ist die Waschmaschine viel Mal gelaufen, der Trockner nur drei Mal weil ich die Auflagen lieber zum Trocknen aufgehangen habe. Die Betten sind frisch bezogen, allerdings noch ohne Nässeschutz, da der noch mindestens einen Tag trocknen muss. Ich weiß jetzt endlich wofür das 30-Minuten-Kurzprogramm der Waschmaschine gut ist und ich liebe meinen Trockner noch mehr als vorher.
Leider habe ich kein Bild meiner Gipfelbezwingung, aber ich bin mindestens so stolz wie Hillary und Norgay zusammen.

Montag, 9. Februar 2015

Nichts geht mehr

Ich liege im Bett. Die Kinder turnen auf mir herum, ich bin zu schwach um mich zu wehren. Ich kann sie heute nicht in den Kindergarten bringen. Frühstück muss warten. Oma und Opa sind informiert und kommen gleich. Dann gibt es für die Kinder Frühstück und für mich vielleicht etwas Ruhe.

Die Hebamme sollte in einer Stunde bei mir sein. Ich weiß jetzt schon was sie sagen wird: üble Brustentzündung. Es fing gestern Abend mit leichten Schmerzen in der rechten Brust an. Sie war hart, warm und gerötet. Ich dachte ich bekomme es in den Griff. Leider ist der Knuddelkäfer auch krank. Er hat an einer Erkältung zu knabbern. Deshalb hat er heute das erste Mal durchgeschlafen. Ich war hingegen die gesamte Nacht munter. Stündlich bin ich an sein Bett getigert und habe gehofft er wird munter und ich kann ihn anlegen. Trotz immer stärker werdender Schmerzen habe ich ihn nicht geweckt. Der arme Kerl hat so herzzerreißend geschieft. Ich konnte seinen Genesungsschlaf nicht unterbrechen. Um 4:30 Uhr nach 9,5 Stunden ist er aufgewacht und ich konnte ihn endlich anlegen. Mittlerweile tun beide Brüste weh. Ich habe Fieber und kann mich kaum bewegen. Es war ein Fehler ihn schlafen zu lassen. Trotzdem würde ich es wieder machen. Ihm geht es ein bisschen besser, dafür bin ich jetzt außer Gefecht.

Jetzt heißt es Bettruhe, soweit das möglich ist mit drei kleinen Kindern. Kühlen, wenn ich nicht anlege. Am besten mit Quarkwickeln. Kühlpads tun es zur Not auch. Wärmen vor dem Anlegen. Zum Glück habe ich ein winziges Kirschkernkissen, dass hervorragend in den BH passt. Ich stille den Kleinen im 1,5- bis 2-Stunden-Takt und hoffe, dass mich dabei keiner beobachtet. Die Verhärtung sitzt oberhalb der Brustwarze und ich muss im Vierfüßlerstand stillen. Sehr unangenehm. Vor allem da ich so höllische Kopf- und Kreuzschmerzen habe. Was muss, das muss. Schließlich muss ich schnell wieder gesund werden.

Ein Glück, dass meine Eltern zur Stelle sind. Der Mann ist weg und kann frühestens am Mittwoch nach Hause kommen. Ich bin gespannt, wie der Rest der Woche verlaufen wird.
Bin ich krank, stürzt der Alltag in sich zusammen. Wir laufen auf Notbetrieb und ich weiß jetzt schon, dass ich nach meiner Genesung viel zu tun haben werde. Deshalb wäre es am besten, wenn ich nie krank werden würde. Aber leider kann man sich das nicht aussuchen.

So und jetzt schlafe ich mich erst mal gesund.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Pizzateig mal anders

Heute Abend hatte ich keine Lust auf Weißbrot und auch einfache Brötchen lachten mich nicht wirklich an. Im Kühlschrank schlummert noch ein wenig Pizzateig, den ich für die Minipizzen vom Wochenende gebraucht hatte. Allerdings wollte auch keiner schon wieder Pizza essen, deshalb musste eine kreative Idee her.

Warum nicht den Pizzateig zu kleinen gefüllten Brötchen verarbeiten. Ich habe es mir ganz einfach gemacht und den Teig dünn ausgerollt. Auf der einen Hälfte die jeweilige Füllung verteilt, die andere Teighälfte darüber geschlagen und mit einem Glas ausgestochen. So entfällt das lästige Brötchenformen und -füllen.

Herausgekommen sind soetwas wie kleine Calzone gefüllt mit den jeweiligen Lieblingszutaten von herzhaft bis süß. Heute ließ der Kühlschrank folgende Variationen zu: Tomate mit Feta und Salami, Salami mit Gouda und Nutella mit Banane.
Aus dem beim Ausstechen übrig gebliebenen Teig habe ich klitzekleine Minibrötchen für die Kaisermotte, die am liebsten ungefülltes isst, geformt.
Nach nicht mal 15 Minuten im Ofen bei 200°C Umluft, waren die kleinen Gaumenfreuden fertig.

Gefüllte Brötchen aus Pizzateig


Das wird es bei uns mit wechselnden Füllungen bestimmt öfter geben. Sie sind schnell zubereitet und schmeckt saftig und lecker.

Montag, 2. Februar 2015

Und das soll schmecken

Seit ich geboren bin, also seit genau sechs Monaten, bekomme ich immer wenn ich Hunger habe Milch von Mamas Brust.
Damit bin ich vollkommen zufrieden. Laut Kinderarzt wachse ich tüchtig und nehme auch kräftig zu. Wenn ich Fläschen bekommen würde, müsste Mama mein Essen reduzieren, aber mit Muttermilch kann ich gar nicht zu dick werden. Meine Muttermilch-Speckpolster sind nur die Kraftreserven, die ich für alles was ich noch lernen will brauche.

Alles ist wunderbar. Ich korrigiere: Alles war wunderbar. Bis heute Mittag.
Mama hat mich wie immer in den Hochstuhl gesetzt. Von dort aus darf ich immer zugucken, wie alle essen. Das sieht immer sehr spannend aus. Oft versuche ich auch nachzumachen, wie die anderen kauen. Wenn alle fertig sind, werde ich dann immer gestillt und wir machen Mittagsschlaf.
Heute allerdings hat mir Mama etwas um den Hals gebunden. Ich glaube sie nannte das Lätzchen. Ich habe versucht es in den Mund zu nehmen, aber das durfte ich nicht. Alle Familienmitglieder haben mich angeschaut und Mama hat sich vor mich gesetzt. Sie hat mir einen Löffel hingehalten und ich habe ihn mir in den Mund gesteckt. Das haben wir in letzter Zeit öfter gemacht, aber dieses Mal war da irgendetwas Ekliges drauf. Ich habe das Zeug natürlich sofort ausgespukt und mich bei Mama beschwert. Sie ließ sich davon nicht abhalten und hat mir wieder den Löffel hingehalten. Auch beim zweiten Mal war das breiige Zeug darauf nicht besser.
Ich kann gar nicht verstehen, warum immer alle am Tisch sitzen und etwas anderes als Muttermilch essen wollen. Das schmeckt doch überhaupt nicht. Mittlerweile würgt es mich. Zum Glück räumt Mama jetzt den Teller weg. Ich hoffe, das Thema ist damit gegessen. Jetzt will ich erst mal Milch trinken und mich beim Mittagsschlaf von dem ganzen Stress erholen.

Nicht jedem Baby schmeckt der Brei beim ersten Mal

Das war er also unser Start in die Beikost. Dem Knuddelkäfer hat es nicht geschmeckt und er hat sein kleines niedliches Gesicht verzogen. Zum Glück hat er den Brei nur langsam wieder aus seinem Mund laufen lassen und nicht meterweit gespuckt. Gefallen hat er noch nicht wirklich am Brei aus weißen Möhren gefunden. Er hat in Summe circa einen Teelöffel gegessen. Wir probieren morgen nochmal und ich hoffe, dass der kleine Mann nicht zu lange braucht um sich an das neue Essgefühl zu gewöhnen.
Da er reichlich zunimmt, haben wir keine Eile mit der Umstellung auf feste Nahrung. Trotzdem werden wir den einmal beschritten  Weg konsequent weitergehen. Allerdings in der Geschwindigkeit die der Knuddelkäfer vorgibt. Ich werde ihn zu nichts zwingen und ihm seine Zeit lassen.

Beim dritten Kind, dass ich an Beikost gewöhne, habe ich eine gewisse Routine. Ich habe im Vorfeld wieder viel gelesen und mich zum Beispiel mit Baby-led-weaning auseinander gesetzt. Für mich hört sich ein Start in die Beikost ganz ohne Brei verlockend an. Auch weiß ich, dass viel Empfehlungen, die noch vor 4 Jahren beim Kuschelbär galten heute als überholt angesehen werden. Nennen Sie mich konservativ. Ich werde trotzdem den bei uns bewährten Pfad zur Beikost und zum Essen am Familientisch gehen.
Ab dem 6. Monat gibt es Mittags Brei. Zuerst Möhrenbrei, dann nach einen Woche Möhren-Kartoffel-Brei und ein paar Tage später wird es den ersten Fleisch-Möhren-Kartoffel-Brei geben. Neue Sorten von Gemüse, Fleisch oder Beilagen werde ich immer nur einzeln und langsam einführen, damit sich der Knuddelkäfer langsam daran gewöhnen kann. Um unserem Baby genug Eisen für seine Entwicklung zu geben, wird er ab dann jede Woche 4 Fleisch- und eine Fisch-Mahlzeit erhalten, zwei Mal in der Woche darf er vegetarisch schlemmen.
Ab dem 7. Monat wird es abends Milch-Getreide-Brei geben und ich hoffe, dass er dann auch länger schläft. Der Brei sättig schließlich etwas mehr als Muttermilch alleine. Den Brei werde ich aus Geteidepulver und Folgemilch selbst kochen. Ich bin da etwas eigen. Meine Kinder sollen keine Kuhmilch vor dem ersten Geburtstag erhalten und ich möchte so gut es geht auf Aromastoffe verzichten. In der Babyernährung ist für mich weniger einfach mehr.
Außerdem kann ich später aus dem gleichen Getreidebrei, die Getreide-Obst-Breie für den Nachmittag mischen.
Zu seinem ersten Geburtstag wird der Knuddelkäfer das erste Mal Schokolade probieren dürfen. Bis dahin ist noch ein halbes Jahr Zeit und auch ihm wird irgendwann unser Essen schmecken. Sogar besser als Muttermilch. Er wird dann langsam aber sicher von einem Säugling zum vollwertigen Esser an unserem Familientisch. Ich freue mich darauf und werde weiter berichten.